KYC und Phishing: Sicherheitscheck vor dem Login

Bei einer Anmeldung oder einer Identitätsprüfung sollten Leserinnen und Leser sorgfältig zwischen einem vorgesehenen Ablauf und einer verdächtigen Aufforderung unterscheiden. Ein neutraler Sicherheitscheck hilft dabei, Zugänge, persönliche Angaben und Zahlungsdaten nicht vorschnell weiterzugeben.

Vor dem Login die Quelle prüfen

  • Öffne die Anmeldeseite über einen selbst gespeicherten oder eindeutig geprüften Zugang, statt auf einen unerwarteten Link in einer Nachricht zu klicken.
  • Vergleiche die Schreibweise der Webadresse und achte auf ungewöhnliche Zusätze, Tippfehler oder Weiterleitungen.
  • Prüfe, ob die Seite eine verschlüsselte Verbindung verwendet. Das allein reicht jedoch nicht als Beleg für die Echtheit.
  • Behandle Zeitdruck, Drohungen, Gewinnversprechen oder Aufforderungen zur Umgehung eines normalen Ablaufs als Warnsignal.

Anforderungen nicht aus Nachrichten übernehmen

Wenn eine Identitätsprüfung angezeigt wird, sollten Leserinnen und Leser die aktuellen offiziellen Anforderungen direkt über einen verifizierten Zugang aufrufen. Maßgeblich sind die dort beschriebenen Bedingungen und ein eindeutig zuordenbarer Übermittlungskanal. Werden Angaben per E-Mail, Chat oder über eine fremde Upload-Seite verlangt, sollte vor einer Übermittlung zunächst die Echtheit des Kontakts unabhängig geprüft werden.

Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, den Vorgang abzubrechen und den offiziellen Support über einen selbst geprüften Zugang zu erreichen. Dabei sollten keine Daten aus einer verdächtigen Nachricht übernommen und keine Rückrufnummern oder Links aus dieser Nachricht ungeprüft verwendet werden. Eine Identitätsprüfung sollte nur über einen nachvollziehbaren, verifizierten Ablauf erfolgen.

Zahlungs- und Zugangsdaten schützen

Kartenbilder sowie CVV- oder CVC-Angaben gehören nicht in KYC-Dateien, Screenshots, E-Mails, Chats oder Supportnachrichten. Ebenso sollten PINs, Einmalpasswörter, Passwörter und Wiederherstellungscodes niemals auf diesem Weg übermittelt werden. Die normale Eingabe in einem verifizierten Zahlungsformular ist davon zu unterscheiden.

Vor dem Absenden können Leserinnen und Leser prüfen, welche Datenfelder tatsächlich zum geöffneten Vorgang gehören, ob der Empfänger eindeutig erkennbar ist und ob eine sichere Abbruchmöglichkeit besteht. Unklare Zusatzforderungen sollten nicht durch eigene Annahmen beantwortet werden. Stattdessen können die aktuellen offiziellen Anforderungen und der verifizierte Übermittlungskanal konsultiert werden.

Checkliste für eine sichere Entscheidung

  • Zugang unabhängig von der Nachricht öffnen.
  • Webadresse und Seitenkontext sorgfältig vergleichen.
  • Keine vertraulichen Zugangsdaten oder Zahlungsdaten in Nachrichten senden.
  • Anforderungen nur aus aktuellen offiziellen Angaben ableiten.
  • Bei Widersprüchen oder Druck den Vorgang stoppen.

Weitere Hinweise zum Erkennen verdächtiger Aufforderungen bietet der Leitfaden zu Phishing bei Identitätsprüfungen.